Hilft Laufen auf nüchternen Magen wirklich dabei, mehr Körperfett abzubauen?

Hilft Laufen auf nüchternen Magen wirklich dabei, mehr Körperfett abzubauen?

Wortanzahl: ca. 1.200 Wörter | Lesezeit: ca. 6 Minuten

Viele Menschen verschieben ihr Frühstück bewusst auf die Zeit nach dem Training, wenn sie Körperfett abbauen möchten.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Wenn du die ganze Nacht nichts gegessen hast, nutzt dein Körper beim anschließenden Laufen dann direkt etwas mehr Fett?

Betrachtet man den einzelnen Trainingszeitraum, ist diese Überlegung nicht völlig unbegründet. Nüchterntraining kann tatsächlich die Energiebereitstellung verändern und die Fettoxidation erhöhen.

Doch genau hier liegt auch das Problem:

Während des Trainings mehr Fett zu nutzen und am Ende mehr Körperfett zu verlieren, ist nicht dasselbe.

Nüchterntraining kann die Fettnutzung während der Bewegung erhöhen. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass du langfristig mehr Körperfett verlierst.

Um zu beurteilen, ob Laufen auf nüchternen Magen sinnvoll ist, darfst du nicht nur diese 30 Minuten betrachten.

1. Verbrennt Nüchterntraining tatsächlich mehr Fett?

Beim Nüchterntraining kann dein Körper tatsächlich stärker auf Fett als Energiequelle zurückgreifen.

Nach einer Nacht ohne Essen ist die Stoffwechsellage beim morgendlichen Training anders als nach dem Frühstück. Die benötigte Energie stammt weiterhin aus Fett und Kohlenhydraten. Lediglich ihr jeweiliger Anteil an der Energiebereitstellung kann sich verändern.

Eine im British Journal of Nutrition veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse stellte fest, dass bei Ausdauertraining auf nüchternen Magen die Fettoxidation während der Belastung höher war als beim Training nach einer Mahlzeit.

Daher stammt die Aussage, dass Nüchterntraining „mehr Fett verbrennt“.

Doch Fettoxidation während des Trainings und langfristiger Fettabbau sind nicht dasselbe.

Fettoxidation während des Trainings beschreibt, wie sich die Energiebereitstellung innerhalb einer bestimmten Einheit verändert.

Langfristiger Fettabbau beschreibt dagegen Veränderungen des Körpers über mehrere Wochen oder einen noch längeren Zeitraum.

Deshalb gilt:

Mehr Fett während des Trainings nutzen ≠ am Ende zwangsläufig mehr Körperfett verlieren.

2. Warum bedeutet mehr Fettverbrennung beim Training nicht automatisch mehr Fettabbau?

Angenommen, du läufst morgens 30 Minuten, bevor du etwas isst.

In diesen 30 Minuten kann der Anteil der Energie aus Fett höher sein als nach einer Mahlzeit. Eine halbe Stunde Laufen macht aber nur einen kleinen Teil deines Tages aus.

Danach folgen Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Du bewegst dich weiter, ruhst dich aus und trainierst möglicherweise später erneut. Auch die Nutzung von Fett und Kohlenhydraten verändert sich im Laufe dieser Aktivitäten.

Ein Vergleich, „wie viel Fett beim Laufen genutzt wurde“, sagt deshalb nicht direkt aus, wer nach einigen Wochen mehr Körperfett verloren hat.

Eine im Journal of the International Society of Sports Nutrition veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie verglich Frauen, die nüchtern oder nach einer Mahlzeit Ausdauertraining absolvierten. Bei kontrollierter Kalorienzufuhr nahmen nach vier Wochen sowohl das Körpergewicht als auch das Körperfett in beiden Gruppen ab. Einen eindeutigen zusätzlichen Vorteil für die nüchtern trainierende Gruppe stellte die Studie nicht fest.

Die Studie war hinsichtlich Teilnehmerzahl und Dauer begrenzt. Sie verdeutlicht aber einen wichtigen Unterschied:

Die Fettnutzung während einer Einheit ist das eine. Die langfristige Veränderung des Körperfetts ist etwas anderes.

Beim Fettabbau zählen nicht nur die 30 Minuten einer einzelnen Einheit, sondern deine Ernährungs-, Bewegungs- und Trainingsgewohnheiten über einen längeren Zeitraum.

3. Laufen mit leerem Magen kann zuerst deine Trainingsleistung beeinflussen

20 Minuten nüchtern zu gehen und eine längere Laufeinheit ohne vorherige Mahlzeit zu absolvieren, sind unterschiedliche Situationen.

Wenn du eigentlich 40 Minuten laufen wolltest, in der zweiten Hälfte aber deutlich weniger Energie hast, langsamer wirst oder sogar früher aufhörst, ist das Training selbst bereits beeinträchtigt.

Eine im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports veröffentlichte systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse kam zu dem Ergebnis, dass Essen vor dem Training die Leistung bei längerem Ausdauertraining stärker unterstützt. Für kürzere Ausdauerbelastungen zeigte sich kein vergleichbar deutlicher Vorteil.

Wenn du also nur kurz und locker gehst und dich nüchtern normalerweise gut fühlst, kannst du dich nach deinen gewohnten Abläufen richten.

Möchtest du dagegen länger oder schneller laufen oder anspruchsvoller trainieren, musst du nicht bewusst auf Essen verzichten, nur um eine vermeintlich höhere Fettverbrennung durch Nüchterntraining zu erreichen.

Frau beim Laufen auf einem von Bäumen gesäumten Weg

4. Morgen früh zuerst essen oder trainieren? Entscheidend ist dein Trainingsplan

4.1 Musst du vor 20–30 Minuten lockerem Gehen unbedingt frühstücken?

Wenn du lediglich 20–30 Minuten locker gehst und beim Nüchterntraining bisher keine deutlichen Beschwerden hattest, musst du deine Frühstückszeit nicht eigens für die Bewegung verändern.

Die entscheidende Frage lautet hier nicht, „wie viel mehr Fett du nüchtern verbrennen kannst“. Wichtiger ist, ob du mit diesem Ablauf angenehm und zuverlässig trainieren kannst.

Wenn du dich nüchtern schnell energielos oder unwohl fühlst, solltest du dich nicht wegen eines vermeintlichen Vorteils bei der Fettverbrennung dazu zwingen.

4.2 Lohnt sich bewusstes Nüchternbleiben auch vor dem Laufen oder längeren Einheiten?

Wenn du heute länger laufen oder anspruchsvoller trainieren möchtest, kann etwas Energie vor dem Training hilfreicher sein.

Das gilt besonders, wenn du bereits festgestellt hast, dass du beim Nüchterntraining in der zweiten Hälfte häufig langsamer wirst oder vorzeitig aufhörst. Statt bewusst nüchtern zu bleiben, überlege lieber, wie du dein ursprünglich geplantes Training schaffen kannst.

Entscheide zuerst, wie du heute trainieren möchtest, und danach, wann du isst.

4.3 Beeinträchtigt eine Banane vor dem Laufen die Fettverbrennung?

Wenn du vor dem Laufen eine Banane isst, bist du nicht mehr nüchtern. Das bedeutet aber nicht, dass dein Training dadurch keine Fettverbrennung mehr bewirkt.

Eine Banane liefert Kohlenhydrate und damit Energie für die bevorstehende Bewegung. Bei längerem Ausdauertraining kann eine angemessene Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit davor außerdem helfen, die Trainingsleistung aufrechtzuerhalten.

Wenn dir in der zweiten Hälfte eines nüchternen Laufs häufig die Energie fehlt, kann eine Banane oder eine Scheibe Toast deshalb besser passen als bewusstes Nüchternbleiben.

Der Nüchternzustand beeinflusst die Energiebereitstellung. Ebenso wichtig ist aber, ob du deine Leistung aufrechterhalten und dein Training abschließen kannst.

Sportler mit einem Handtuch über der Schulter isst eine Banane

5. Richte beim Fettabbau nicht alles auf die 30 Minuten vor dem Frühstück aus

Wenn du morgens nur 30 Minuten hast, überlege zuerst, was du heute schaffen kannst, statt immer wieder über „nüchtern oder nach dem Essen“ nachzudenken.

Bei wenig Zeit kannst du 20–30 Minuten gehen. Fühlst du dich gut, kannst du das Tempo schrittweise erhöhen. Möchtest du anspruchsvoller trainieren, musst du nicht ständig schneller laufen: Auch die Steigung kann die Trainingsintensität verändern.

Beim Training zu Hause ist deshalb ein Gerät praktisch, das verschiedene Trainingsformen abdeckt. Das DeerRun Z10 Pro bietet einen Geschwindigkeitsbereich von etwa 1,0–12,1 km/h und eignet sich damit sowohl für zügiges Gehen als auch für Lauftraining. Zusätzlich verfügt es über eine automatisch einstellbare Steigung mit 12 Stufen bis zu 12 %. So kannst du die Trainingsintensität auch bei ähnlichem Tempo über die Steigung erhöhen, statt dafür immer schneller laufen zu müssen.

Hast du morgens nur 20 Minuten, kannst du eine Weile locker gehen. Wenn Zeit und Tagesform passen, wechselst du zu einem schnelleren Training. Statt nach einem festen „optimalen Fettverbrennungsmodus“ zu suchen, kann es langfristig leichter sein, deine Bewegung an die verfügbare Zeit und deine Tagesform anzupassen.

Nüchterntraining kann eine Möglichkeit sein – aber keine Abkürzung zum Fettabbau

Nüchterntraining kann die Fettnutzung während der Einheit erhöhen. Daraus lässt sich aber nicht direkt ableiten, dass es langfristig zu einem größeren Verlust an Körperfett führt.

Wenn du nur kurz und locker gehst und dich nüchtern gut fühlst, kannst du dich nach deinen Gewohnheiten richten.

Planst du dagegen eine längere oder anspruchsvollere Laufeinheit oder beeinträchtigt der leere Magen bereits deine Leistung, kann etwas Energie vor dem Training die passendere Wahl sein.

Wenn du dich morgens auf die Bewegung vorbereitest, musst du deshalb nicht zuerst überlegen, ob du „nüchtern“ bist.

Entscheide zuerst, wie du heute trainieren möchtest, und danach, wie du isst.

Langfristige Ergebnisse hängen nicht davon ab, wie viel Fett du während einer einzelnen Einheit nutzt. Entscheidend ist, ob du deine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten dauerhaft beibehalten kannst.

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